04.08.2026
Seit Oktober 2025 ist die Mobile Klinik Teil des BMZ-Förderprogramms Klinikpartnerschaften. Die Zahlen des ersten halben Jahres zeigen, wie groß der Bedarf im ländlichen Umland von Dêrik ist.
Zwischen Oktober 2025 und März 2026 wurden im Rahmen des Gesundheitsprojekts, das wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation WJAS umsetzen, 1.285 Frauen und 690 Kinder medizinisch behandelt. Weitere 284 Frauen nahmen an medizinischen Informationskursen teil.
Die Mobile Klinik fährt dafür jeden Monat die kleinen Dörfer rund um Dêrik an. Für viele Frauen und Kinder dort ist sie die einzige erreichbare medizinische Versorgung, der Weg zur nächsten festen Behandlungsmöglichkeit ist zu weit, zu teuer oder schlicht nicht vorhanden.
Was die Klinikpartnerschaft möglich macht
Seit Oktober 2025 ist die Mobile Klinik Teil des Förderprogramms Klinikpartnerschaften des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), umgesetzt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
Damit wächst das Projekt über die reine Behandlung hinaus. Ziel der Klinikpartnerschaft ist es, die Gesundheitssituation von Frauen und Kindern im ländlichen Umkreis von Dêrik nachhaltig zu verbessern. Dazu gehören:
- Gesundheitsseminare und Erste-Hilfe-Kurse für die Bevölkerung
- Fortbildungen und Schulungen für das medizinische Personal, insbesondere im Bereich der Notfallmedizin
Der Ansatz dahinter: Wissen bleibt vor Ort, auch wenn die Klinik weitergefahren ist. Die 284 Frauen in den Informationskursen sind dafür der erste sichtbare Beleg.
Versorgung unter schwierigen Bedingungen
Parallel dazu hat sich die Lage in der Region erneut verschärft. Nach den Angriffen der HTS-Regierungstruppen und ihrer islamistischen Milizen auf das Selbstverwaltungsgebiet weitete die Mobile Klinik ihre Arbeit auf Binnenvertriebene und Geflüchtete in Notunterkünften und inoffiziellen Sheltern aus.
Das Gesundheitssystem in Nordostsyrien ist dafür schlecht gerüstet: Es war bereits vor 2011 vernachlässigt, wurde durch Krieg, Angriffe auf zivile Infrastruktur und wirtschaftliche Isolation weiter geschwächt und ist chronisch unterfinanziert. 2024 hatten rund 7,7 Millionen Menschen in Syrien nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung.
Das Projekt in Kürze
- Zeitraum: Oktober 2025 bis März 2026
- Medizinisch behandelt: 1.285 Frauen und 690 Kinder
- Teilnehmerinnen an Informationskursen: 284 Frauen
- Partnerorganisation vor Ort: Stiftung der Freien Frau in Syrien (WJAS)
- Förderung: Programm Klinikpartnerschaften des BMZ, in Trägerschaft der GIZ (seit Oktober 2025)
- Laufende Kosten aus Spenden: Gehälter einer Ärztin, einer Krankenschwester und eines Fahrers
- Nachhaltigkeitsziel: SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen